Kollektiver Führung: Relevanz und Herausforderungen in der heutigen Zeit
Kollektive Führung für Nachhaltigkeit
Fragt man 5 verschiedene Menschen was sie unter kollektiver Führung für Nachhaltigkeit verstehen, wird man 5 verschiedene Antworten erhalten, die die unterschiedlichen Perspektiven des Ansatzes aufgreifen und seine Ganzheitlichkeit widerspiegeln.
Wir sind mit Experten und Praktikern aus verschiedenen Sektoren in Diskussion gegangen, um gemeinsam unser Modell zu kollektiver Führung zu diskutieren und herauszufinden, welche Relevanz das Thema in der heutigen Zeit hat.
Was sehr deutlich wurde:
Die Herausforderungen der Nachhaltigkeit brauchen kollektive Führung: Menschen, die über Institutionen und gesellschaftliche Gruppen hinweg gemeinsam innovative Lösungen suchen und voranbringen, und die bereit sind Verantwortung für Ergebnisse auch gemeinsam zu tragen.
Doch wie lässt sich dieses Konzept in den Alltag integrieren?
Wie kann man das Prinzip von kollektiver Führung im Arbeits- und Lebenskontext anwenden?
Viele Teilnehmer sehen scheinbar besonders in ihrem beruflichen Umfeld wenig Raum für kollektive Führung. Expertenwissen hat Vorrang vor kollektiver Intelligenz. Sich als ganzen Menschen einzubringen, wird oft als Schwäche wahrgenommen. Dabei bedeutet kollektive Führung nicht etwa die Aufhebung bestehender Führungshierarchien, vielmehr bietet sie die Möglichkeit, innerhalb bestehender Strukturen einen Raum für kollektive Intelligenz und Innovation zu schaffen. Dies kann innerhalb einer Organisation sein oder zwischen Institutionen oder gesellschaftlichen Gruppen. Der offenere und strukturiertere Austausch von Meinungen stellt ein Klima für Verantwortung und Selbstverpflichtung her: beides wird für eine breite Umsetzung von Nachhaltigkeit gebraucht.
Eine ergebnis-orientierte und integrative Herangehensweise kann kollektive Führung in Veränderungsprozessen für Nachhaltigkeit fördern. Das „Wie“ - d.h. die Qualität solcher Prozesse unterstützt Menschen dabei, ihre Begeisterung für zukünftige nachhaltige Vorgehensweisen in konkrete Umsetzung zu bringen – denn Dialog braucht Ergebnisse. Nur durch den Nachweis konkreter Veränderungsergebnisse wird sich das Prinzip kollektiver Führung durchsetzen.
Welche Relevanz hat das Modell kollektiver Führung für jeden einzelnen von uns?
Im Zentrum von kollektiver Führung für Nachhaltigkeit steht die menschliche Fähigkeit zum Dialog und zur Transformation. Die Überwindung von selbstbezogenen Sichtweisen stellt eine wesentliche Voraussetzung dar, um die Herausforderungen von Globalisierung und Nachhaltigkeit zu bewältigen. Somit integriert der Ansatz die unterschiedlichen Perspektiven und Assoziationen, die wir alle mit dem Begriff kollektive Führung für Nachhaltigkeit verbinden.
Kollektive Führung bedeutet Nachhaltigkeit zum gemeinsamen und größeren Ziel zu machen, auch dann, wenn zunächst Zielkonflikte im Weg stehen. Sie bündelt das Wissen verschiedener Experten und macht dieses nutzbar. Das Potential aller Beteiligten wird einbezogen, um gemeinsam mehr erreichen zu können. Kollektive Führung steht auch für Empathie und Rücksichtnahme. Sie fängt beim Individuum an mit der Bereitschaft für Selbstreflexion und gegenseitigen Respekt, aber beinhaltet ebenso Kenntnisse und Kompetenzen, komplexe Veränderungsprozesse in Kooperation mit unterschiedlichen Akteuren zu führen und zu Ergebnissen zu bringen.
Die Umsetzung von kollektiver Führung für Nachhaltigkeit entsteht bei den meisten Menschen durch einen Perspektivwechsel: wenn man das größere Ganze stärker in den Blick nimmt und sowohl die eigene Menschlichkeit als auch die Bedürfnisse und Sichtweisen anderer einbezieht, verändern sich festgefahrene Sichtweisen. Nur die Überwindung eigener Grenzen ermöglicht uns Empathie für andere Perspektiven zu entwickeln und diese, auch in Führungssituationen, zu akzeptieren und zu nutzen. Genau hierin liegt die Herausforderung und zugleich die Chance, die Idee nachhaltiger Entwicklung sowie ihre Umsetzung gemeinsam voranzutreiben.
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